Wer sich mit Autocross-Teams im Tecklenburger Land beschäftigt, hört immer wieder einen Namen: Die „Wibbeler-Bande“, ein Autocross-Team rund um die Familie Wibbeler aus Ladbergen. Aktuell treten Christian Krüger und Markus Wibbeler in einem Eigenbau der Marke WM EVO 4 für das Team in der Klasse Spezialcross an. „Das ist die Königsklasse beim Autocross“, betont Christian Krüger, der dem verlockenden Angebot am Saisonende 2009 nicht widerstehen konnte und seinen vorherigen Serientourenwagen ohne Zögern gegen den Eigenbau eintauschte. Bereut hat der 30-Jährige den Schritt kein einziges Mal. „Irgendwann braucht man einfach einen neuen Reiz.“
Den ganzen Winter brachte das Team Wibbeler Motorsport den Wagen auf Touren, merzte technische Probleme aus und startete zu einer Probefahrt - eine Woche vor dem ersten Rennen. An deren Ende stand ein Motorschaden, der Horror eines jeden Autocrossers. „Ärgern ist da gar kein Ausdruck“, lässt Krüger seine Gefühlslage erahnen. Doch das Team hielt zusammen und „am Freitag vor dem ersten Rennen lief er wieder“, erzählt Markus Wibbeler. Glück gehabt und Platz vier belegt!Am Saisonende will die „Wibbeler-Bande“ freilich ganz oben stehen. „Wir wollen Meister werden. Das ist einfach so. Du trittst nicht an, um zweiter zu sein“, stellt Christian Krüger unmissverständlich klar. Eine gute Vorbereitung und individuelle Klasse sollen reichen. „Fünf Komponenten sind wichtig für die Meisterschaft. Das sind Reifen, Motor, Getriebe, Fahrwerk und der Fahrer selbst“, erläutert Thomas Wibbeler. „Viel macht einfach der Fahrer aus, denn zwischen den Wagen gibt es nur kleine Unterschiede.“

Thomas Wibbeler muss es wissen. Er ist 1999 selbst nach einer spannenden Saison Meister geworden, an die er sich noch gerne erinnert: „Die Meisterschaft hat sich erst auf den letzten 200 Metern des letzten Laufs im letzten Rennen entschieden. Das war spannend!“ Der bis dato Erstplatzierte schied kurz vor dem Ziel mit einem Motorschaden aus und Thomas Wibbeler durfte den Meisterpokal mit nach Hause nehmen.

Angefangen hat übrigens alles mit Volker Wibbeler, der in den 70er Jahren zum Autocross kam. Zehn Jahre drauf packte ihn die Experimentierfreude und er baute einen Motorradmotor in ein Auto - zu der Zeit ein absolutes Novum. „Ich wurde von allen Seiten nur belächelt“, erzählt Volker Wibbeler heute und schmunzelt. Denn abgerechnet wurde am Saisonende und da war Volker Wibbeler Deutscher Meister.

Heute haben übrigens über 50 Prozent der Autocross-Wagen einen Motorrad-Motor und es gibt sogar eine eigene Klasse.

Mit seiner Begeisterung für den PS-lastigen Sport steckte der Vater seine Söhne Markus und Thomas an und legte so den Grundstein für das mittlerweile 20-köpfige Team, das zu den Rennen mit eigenem Bus anreist. Auch privat sind alle befreundet und eine verschworene Gemeinschaft, die am Saisonende den Pokal in Händen halten will.

Quelle Westfälische Nachrichten